Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum stärken

Bundestagsabgeordnete Nina Warken und AOK-Geschäftsführerin Michaela Lierheimer im Gespräch

Tauberbischofsheim. Der Erhalt einer guten Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum Baden-Württembergs muss auch in Zukunft Ziel der Gesundheitspolitik sein. Dies war das gemeinsame Fazit eines Gesprächs der Bundestagsabgeordneten Nina Warken und der Geschäftsführerin der AOK Heilbronn-Franken Michaela Lierheimer. Zentrales Thema dabei war das Faire-Kassen-Wahl-Gesetz (GKV-FKG)von Gesundheitsminister Jens Spahn.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass sich bislang nur regional ausgerichtete Kassen, wie etwa die AOK Baden-Württemberg, künftig bundesweit öffnen müssen. „Bislang sind wir mit 230 Kundencentern flächendeckend im Land vertreten und damit auch im ländlichen Raum gut erreichbar aus dem sich unsere Wettbewerber zurückgezogen haben. Wenn wir bundesweit vor Ort sein müssten, wäre diese Präsenz in den ländlichen Regionen in Frage gestellt“, erläuterte Michael Lierheimer.

Zur Debatte steht auch das Erfolgsrezept der AOK Baden-Württemberg, die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV). Dieses ermöglicht eine bessere ambulante Versorgung und sichert zugleich den Erhalt von Hausarztpraxen im ländlichen Raum. „Praxen, die im HZV eingeschrieben sind, finden leichter einen Nachfolger“, weiß die Geschäftsführerin. Das GKV-FKG gefährdet aber die weitere Entwicklung der alternativen Regelversorgung, denn bundesweit wäre diese nicht ohne weiteres umsetzbar.

Die Bundestagsabgeordnete Nina Warken brachte positive Nachrichten aus Berlin mit. „Die bundesweite Öffnung bislang regional tätiger Kassen ist in dem vom Bundeskabinett kürzlich verabschiedeten Gesetzentwurf nicht mehr enthalten“, berichtete sie. Gesundheitsminister Spahn werde sich auf die Reform des Risiko-Struktur-Ausgleichs konzentrieren, der die faire Verteilung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen regelt. „Die Reformschritte, die für die gerechte Verteilung der Finanzmittel zwischen den Kassen, also dem sog. Morbi-RSA, sorgen sollen, halte ich für wichtig und gut“, so Warken.

„Das ist eine gute Entwicklung“, freute sich Michaela Lierheimer. Eine große Problematik sei aber weiterhin, dass Finanzmitteln aus dem ländlichen Räumen Baden-Württembergs in Ballungsräume, wie etwa in Nordrhein-Westfalen verlagert werden sollten. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass in Metropolen überflüssige Krankenhäuser, zu unserem Nachteil subventioniert werden sollen.“

Im Südwesten seien, so Lierheimer, die Menschen im bundesweiten Vergleich besser versorgt und gesünder, weil hier die verantwortlichen Akteure im Gesundheitsbereich vor Ort gut zusammenarbeiteten. Nina Warken dazu: „Wir haben hier im Lande in der Vergangenheit viele richtige gesundheitspolitische Entscheidungen getroffen. Die Qualität der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum darf keinesfalls geschwächt werden, dafür werde ich mich im nun beginnenden parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren einsetzen.“

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