Spätaussiedler bei Integration nicht alleine lassen

Neue Maßnahme des Bundes widmet sich den spezifischen Belangen dieser Einwanderergruppe

Mit einer neuen Integrationsmaßnahme unterstützt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Integration und Wiederbeheimatung der Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler. Dies teilte aktuell die Bundestagsabgeordnete Nina Warken (CDU), Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit.

Zuletzt hat diese Gruppe in der öffentlichen Integrationsdebatte nur noch wenig Beachtung gefunden. Dabei bilden die Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler mit rund 4,5 Millionen Angehörigen deutscher Minderheiten, die seit 1950 als Aussiedler beziehungsweise seit 1992 als Spätaussiedler nach Deutschland eingewandert sind, eine der größten Bevölkerungsgruppen mit Integrationserfahrung in der Bundesrepublik.

Warken begrüßt das Angebot des BAMF: „Auch wenn sich die Aussiedlung aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion im Laufe der Jahre erheblich reduziert hat, dürfen wir die Belange dieser wichtigen Gruppe nicht vernachlässigen. Zu denken, dass die Integration hier ohne Zutun funktioniert, ist ein Trugschluss.“

So hatte auch eine Bedarfsanalyse des Bundesamts ergeben, dass sich Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler mit ähnlichen Herausforderungen in Deutschland konfrontiert sehen wie andere Einwanderergruppen. Bei den Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern lassen sich zudem eine erhöhte Altersarmut, geringere Wahlbeteiligung und weniger gesellschaftliche Partizipation beobachten. Themen wie Identität und Zugehörigkeit spielen in dieser Gruppe eine besondere Rolle.

Die neue flexibel gestaltbare Maßnahme mit dem Titel "Gemeinsam unterwegs: Identität, Anerkennung, Begegnung", die den Integrationskurs ergänzt, reagiert genau auf diese Bedürfnisse. Die Teilnehmenden sollen sich in den Kursen etwa zu Themen wie Beruf, Medien, Erziehung, Bildung und Familie austauschen und entsprechende Hilfestellung erhalten. Anbieter der Kurse können sein: zentrale Organisationen und Verbände, Vertriebeneneinrichtungen, Kirchen, anerkannte Träger der politischen Bildung, Migrantenorganisationen, Kommunen und sonstige Einrichtungen, die in der Arbeit mit Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern auf überregionaler, regionaler oder lokaler Ebene tätig sind.

Anträge für das Jahr 2020 können noch bis zum Herbst eingereicht werden.

Weitere Informationen sind über die Internetseite des BAMF abrufbar: https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Integration/Integrationsprojekte/flyer-gemeinsam-unterwegs.pdf?__blob=publicationFile&v=5

(Pressemitteilung vom 11. Mai 2020)

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