Finanzierung digitaler Unterrichtsmodelle auf sichere Beine stellen

CDU-Bundestagsabgeordnete Nina Warken besuchte vhs Mittleres Taubertal e.V. / Integrations- und Deutsch-Förderkurse: Pandemiebedingt verschiedene Formen des digitalen Lernens geschaffen

Tauberbischofsheim. Die aktuelle Situation der Volkshochschulen in Pandemiezeiten war Thema eines Besuchs der Bundestagsabgeordneten und Integrationsbeauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Nina Warken bei der Volkshochschule (vhs) Mittleres Taubertal e.V.

Anette Schmidt, Bürgermeisterin der Stadt Tauberbischofsheim und stellvertretende Vorsitzende der vhs, und Christine Schelhaas, Leiterin der VHS, informierten über die Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung der Integrations- und Deutsch-Förderkursen vor dem Hintergrund der Einschränkungen durch COVID19.

Derzeit führe die Bildungseinrichtung sieben Integrations- und Deutsch-Förderkurse durch. „Die Durchführung der Kurse unter den aktuell notwendigen Hygiene- und Distanzregelungen ist eine tägliche Herausforderung für alle Kursträger“, erläuterte Schelhaas. So fehle es unter anderem an geeigneten Kursräumen, um die Kurse unter Wahrung des erforderlichen Abstands durchzuführen. Nicht alle Kurse hätten wieder aufgenommen werden können. Zudem sei ein Teilnehmerschwund bis zu 40 Prozent feststellbar und eine regelmäßige Teilnahme nicht mehr gegeben, da Teilnehmende unter anderem inzwischen Arbeit gefunden hätten, verzogen seien, gesundheitliche Risikofaktoren aufwiesen oder in Quarantäne hätten gehen müssen. Dies alles führe zu Einnahmeverlusten der VHS.

"Integration ist ein fortwährender Prozess, auf den sich Unterbrechungen jedweder Art vielfach negativ auswirken. Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aufgesetzten Online-Tutorien waren eine gute Übergangslösung. Nun muss geschaut werden, dass die Integrationskurse krisenfest gemacht werden“, so Nina Warken MdB.

Auch die vhs Mittleres Taubertal e.V. ermöglichte den Teilnehmenden während der Kurspause ein befristetes Onlinelernen. Dies sei jedoch nicht ohne Anstrengungen möglich gewesen, da Teilnehmende häufig nicht über die notwendige Ausstattung verfügt hätten und Kursleitungen die Teilnehmenden zunächst anleiten mussten. „Sollte der Präsenzunterricht im Herbst pandemiebedingt erneut nicht mehr möglich sein, möchten wir gerne den virtuellen Unterricht fortsetzen“, so Schelhaas. Hierfür seien bereits Möglichkeiten für verschiedene Formen des (teil-)digitalen Lernens geschaffen worden. Auch hätten sich die Dozentinnen und Dozenten weitergebildet. Sorge bereite der Bildungseinrichtung aber die Finanzierung der digitalen Unterrichtsmodelle. Der notwendige Mehraufwand sei nicht durch die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge festgesetzten Erstattungssätze zu decken. „Die vhs kann keine Kurse aufnehmen, die von vorneherein zu einem Defizit führen. Dies tragen die kommunalen Mitglieder nicht mit, da sie bereits mit der Grundsicherung zahlreicher sozialer kommunaler Einrichtungen, zu denen die VHS zählt, durch die Pandemie finanziell gefordert sind“, so Bürgermeisterin Anette Schmidt. Die Bitte, sich dieser Frage anzunehmen, nahm Warken mit nach Berlin.

Mit ihrer Integrationsarbeit leistet die vhs seit Jahrzehnten einen erheblichen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration von Migrantinnen und Migranten sowie von Flüchtlingen und Asylbewerberinnen und Asylbewerbern im Main-Tauber-Kreis. Die Integrationskurse wurden 2005 im Zuwanderungsgesetz verankert. Sie werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge umgesetzt und koordiniert. Seit ihrer Einführung haben bundesweit fast 2,4 Millionen Menschen daran teilgenommen.

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