„Wiederbelebung ist kinderleicht“

Bild: Büro Warken

Gesundheitsministerin Warken trainiert mit Schulsanitätern

Odenwald-Tauber. Im Rahmen ihrer Sommertour durch den Wahlkreis besuchte die Bundestagsabgeordnete und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken das Schulzentrum am Wört in Tauberbischofsheim und informierte sich zu einem lebenswichtigen Thema: den Erstmaßnahmen bei einem Kreislaufstillstand, der jederzeit an jedem Ort auftreten kann.

„Wir sind als Profis darauf angewiesen, dass Menschen, die zufällig vor Ort sind, den Notruf wählen und sich trauen mit der Wiederbelebung zu beginnen“, wies Priv.-Doz. Dr. med. Harald Genzwürker, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte und Leitender Notarzt im Neckar-Odenwald-Kreis, auf die entscheidende Rolle der Laien hin.

Die Begrüßung der Gäste übernahm Schulleiter Christian Wamser, der auch aus eigener Erfahrung von der erfolgreichen Reanimation eines Sportkameraden beim Basketballtraining berichten konnte. Er freute sich über die Anwesenheit von Landrat Christoph Schauder und Bürgermeisterin Anette Schmidt sowie des DRK-Landesgeschäftsführers Marc Groß. Der DRK-Kreisverband Tauberbischofsheim war vertreten durch den stellvertretenden Kreisgeschäftsführer und Leiter Ehrenamt Uwe Rennhofer und Ausbilderin Sophia Henn. Ganz wichtige Akteure waren die Mitglieder des Schulsanitätsdienstes der Realschule mit ihrem Lehrer Sebastian Fricke.

Eine Einführung in das Thema gab es aus berufenem Mund: kein geringerer als der Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes und Vorstandsvorsitzende des Deutschen Rats für Wiederbelebung Prof. Dr. Bernd Böttiger war nach Tauberbischofsheim gekommen. Er ist seit 2019 auch Schirmherr der Initiative „Kids save lives“, die sich für die Einführung des Themas Reanimation in den Schulunterricht ab Klasse 7 einsetzt. Gemeinsam mit Jovin Bürchner, der beim DRK-Landesverband für Jugendrotkreuz, Schulsanitätsdienste und das Projekt „Löwen retten Leben“ verantwortlich zeichnet, erläuterte er die Beweggründe, warum gerade junge Menschen frühzeitig und wiederholt die einfachen Erstmaßnahmen der Wiederbelebung lernen sollten. „Wir wissen beispielsweise aus Dänemark, dass die Aufnahme dieses Themas in den Schulunterricht die Rate derer, die sich trauen, dramatisch steigert – und auch die Anzahl der Menschen, die nach einem Kreislaufstillstand wieder in ein normales Leben zurückkehren können“, so Böttiger. Bürchner betonte, wie im wahrsten Wortsinn lebenswichtig es ist, dass der Slogan „Prüfen – Rufen – Drücken“ möglichst allen bekannt ist. Er lüftete auch das Geheimnis der Abkürzung „HHH“, die Prof. Böttiger als zentrale Formel bezeichnete: „Hauptsache heftige Herzmassage“. Notarzt Genzwürker betonte, dass viele Menschen helfen möchten, und „wir deshalb die vorhandenen, aber eigentlich unbegründeten Ängste abbauen müssen“.

Es blieb aber nicht bei der Theorie, denn dann ging es für Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen aus dem Schulzentrum gemeinsam mit allen Ehrengästen auf den Boden, und an einfachen Wiederbelebungspuppen wurde unter Anleitung der „Schulsanis“ und der Profis genau das geübt, worauf es ankommt: in der Mitte des Brustkorbs mit beiden Händen 5 bis 6 Zentimeter tief drücken mit einer Frequenz von etwa 100 pro Minute und dabei auch auf die Entlastung zu achten. „Wir pumpen den Sauerstoff ins Gehirn, der sich nach dem Kreislaufstillstand noch im Körper befindet, und überbrücken so die Zeit bis zum Eintreffen von First Respondern und Rettungsdienst“, so Prof. Böttiger.

Ministerin Warken bedankte sich ganz herzlich für die Initiative, die auch ihr die Gelegenheit gab, diese wichtigen Maßnahmen zu trainieren. Sie war begeistert vom großen Engagement aller Beteiligten und möchte das Thema definitiv unterstützen. Eine wichtige Botschaft nahm sie auf jeden Fall mit: „Einfach trauen, denn der einzige Fehler, den man in dieser Situation machen kann, ist nichts zu tun!“.