Sprach-Kitas müssen gerettet werden

Foto: Büro Warken / David Schiffmacher

Pressemitteilung.

Auf Einladung der örtlichen Bundestagsabgeordneten Nina Warken war Dorothee Bär, Staatministerin a. D. und stv. Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU für den Bereich Familie, zu Gast in Wertheim. Gemeinsam besuchten sie die Sprach-Kita St. Venantius. Thema war der von der Ampel geplante Förderstopp für Einrichtung wie diese.

Wertheim. „Der geplante Förderstopp für Sprach-Kitas ist unverantwortlich. Sprache ist der Schlüssel zu einer gelungenen Integration und Teilhabe. Ihre Förderung im frühkindlichen Alter ist unersetzlich. Wenn die Ampel ihr Vorhaben in die Tat umsetzt, lässt sie neben dem Fachpersonal in den Kitas und den Eltern vor allem die Kinder im Stich“, so Nina Warken. Der Beschluss des Bundeskabinetts, nach mehr als zehn Jahren die Mittel für das Bundesprogramm zu streichen, sei nicht nachvollziehbar. Zumal die Ampel in ihrem Koalitionsvertrag versichert hatte, das Programm weiterzuentwickeln und zu verstetigen. Laut Haushaltsentwurf für das Jahr 2023 soll es nun ersatzlos gestrichen werden.

Vor diesem Hintergrund tauschten sich Nina Warken und Dorothee Bär nun vor Ort in der Sprach-Kita St. Venantius mit der Leiterin Andrea Kerekjarko und der Sprachförderkraft Claudia Schmitt aus. Ebenfalls hinzugekommen war Gudrun Stein, Leiterin der Sprach-Kita Don Bosco in Adelsheim. Die drei Fachkräfte lobten vor allem die wissenschaftliche Begleitung und fachliche Beratung des Förderprogramms. Auch das hierüber entstehende Netzwerk sei eine große Bereicherung. Sie bekräftigten zudem die Verantwortlichkeit des Bundes und die daran geknüpften einheitlichen Regelungen, die damit länderübergreifend gelten würden. Mit den Sprach-Kita-Angeboten würden außerdem nicht nur die Kinder, sondern die ganzen Familien erreicht und unterstützt.

„Wenn man bedenkt, dass 40 Prozent aller Kita-Kinder einen Migrationshintergrund haben, Kitas ohnehin unter Personalmangel ächzen und die Situation nach über zwei Jahren Pandemie nun noch durch den besonderen Bedarf von Kindern mit Fluchterfahrung aus der Ukraine verschärft wird, kann man über das plötzliche Förder-Aus nur den Kopf schütteln. Gegenüber den Kindern ist das verantwortungslos, gegenüber den Fachkräften geringschätzend, gegenüber unserem Land kurzsichtig“, bestärkte Bär die notwendige Fortführung des Programms.

„Wir als Union fordern, eine Lösung für das Bundesförderprogramm Sprach-Kitas jetzt in die Wege zu leiten und die einseitige Mittelstreichung seitens des Bundes zu stoppen. Die Sprach-Kitas müssen gerettet werden“, machten Warken und Bär als Vertreterinnen der CDU/CSU-Fraktionsspitze zum Abschluss des gemeinsamen Besuchs in Wertheim deutlich.

Hintergrund:

Kitas mit einem hohen Anteil an förderbedürftigen Kindern konnten aus dem Programm bisher 25.000 Euro pro Jahr für eine zusätzliche halbe Fachkraft beantragen, die dabei hilft, die sprachliche Bildung in den Kitaalltag zu integrieren. Bei Kindern mit Unterstützungsbedarf legen die Sprach-Kitas das Fundament für schulischen und beruflichen Erfolg. Zu einem späteren Zeitpunkt aufzuholen, was hier in jungen Jahren versäumt wird, ist für die Betroffenen ungleich mühsamer und für die Staatskasse deutlich teurer.

Auf dem Foto zu sehen sehen (v.l.n.r.): Nina Warken MdB, Dorothee Bär MdB, Claudia Schmitt (Sprachförderkraft St. Venantius), Gudrun Stein (Leiterin Don Bosco), Andrea Kerekjarko (Leiterin St. Venantius) beim Austausch über den geplanten Förderstopp für Sprach-Kitas.